Tipps zur Entwurmung

Auch die robusten Landschafe müssen regelmäßig entwurmt werden. Wer auf Flächen mit der Schafhaltung anfängt, auf denen früher keine Schafe oder Ziegen waren, hat am Anfang nicht einen so hohen Parasiten-Druck. Die Schafe bringen aber ihre Schädlinge mit. Diese bauen dann mit der Zeit auch ordentliche Bestände auf und werden zum Problem. 

Wer schon länger Schafe auf den gleichen Flächen hat, merkt schnell, wie sich nicht durchgeführte Entwurmungen auswirken. Aber soweit sollte man es nicht kommen lassen. Allgemein gilt:

  • im Frühjahr vor dem Austrieb auf die Weide behandeln (und im Stall ausschei... lassen),
  • im Sommer eventuell behandeln (immer die Schafe beobachten, Durchfall, elender Husten, dicker Hals sind Alarmsignale), bei uns bekommen die Lämmer im Juli eine Wurmkur,
  • im Herbst beim Abtrieb wieder entwurmen.

Dabei sollten die Wirkstoffe immer gewechselt werden. Jede Behandlung ist zu dokumentieren (Bestandsbuch!).

Bei der ganzjährigen Freilandhaltung nehme ich die Entwurmung so vor, dass die ausgeschiedenen Parasiten nicht auf die neue Weide kommen.

Im Kampf gegen die Parasiten hilft es, die Weide nicht so lange zu nutzen. Also besser Portionsweide und keine Standweide. Bei uns stehen die Schafe ca. eine Woche auf einer Fläche und kommen erst nach mehr als einem Monat wieder drauf.

ach nö, auch das noch: Ohrmarken

Die Schafhaltung ist leider auch mit Bürokratie verbunden. Jeder Schafhalter hat sich beim Amt anzumelden. In Sachsen kann sich der brave Schafhalter beim Landeskontrollverband e.V. (LKV) melden. Dieser gibt ihm dafür eine Nummer nach der ViehVerkehrsVerOrdnung - die so genannte VVVO-Nummer. Mit dieser kann nun der Bestand -online oder per Postkarte- an das zentrale Register www.hi-tier.de gemeldet werden. Zusätzlich ist ein eigenes Register zu führen. 

Die Schafe müssen gekennzeichnet werden. Zur Zeit sind dazu 2! Ohrmarken erforderlich. Diese haben eine fortlaufende Nummer und können (auf Vorrat) beim LKV bestellt werden (also nicht einfach im Agrarhandel kaufen, die Serien-Nummern werden natürlich registriert).

Neuerdings sind die Tiere auch elektronisch mit einem Chip zu kennzeichnen. Dieser kann in der Ohrmarke stecken oder als Boli im Magen liegen.

Das nennt sich alles Verbraucherschutz!

Schur der gotländische Pelzschafe

Den ursprünglichen Gotlandschafen geht die Wolle im Frühjahr alleine aus. Bei einigen Muttertieren unserer Pelzschafe sieht man dieses Verhalten auch noch. Im Mai beginnt sich das Vlies zu lösen - allerdings nicht vollständig. Die Schafe sehen dann ziemlich wild aus und ich freue mich, wenn unser Schafscherer kommt und sie friesiert. Im Mai - wenn alle Lämmer da sind und die neue Wolle anfängt zu wachsen-werden bei uns die Mutterschafe geschoren. Der Schafscherer gerät dann nicht gerade ins Schwärmen, zum Teil sind die Vliese im Nacken sehr verfilzt (sollte ich vielleicht als vorgefilztes Vlies verkaufen). Da sortiere ich viel aus, bevor ich die Wolle zu Karin Drutschmann bringe. Karin hat mich sehr überrascht, als sie mir mal die gewaschene und kardierte Wolle zeigte. Ich hätte nicht gedacht, das aus der Rohwolle so ein feines Vlies wird. Wir hatten auch schon Rohwolle manuell kardiert, so fein war die aber nicht.

Die Lämmer sind im August mit der Schur dran. Die Schur ist (für die Schlachtlämmer) wichtig, damit das Vlies bis zur Schlachtung im Herbst 2-3cm wachsen kann. Das sind dann die edlen und robusten Lammfelle. Wir hatten auch schon versucht, die Lämmer nicht zu scheren, dafür aber dann die Felle nach dem Gerben. Das beim Gerber aber keine Freude ausgelöst. War viel Arbeit und die Felle waren bei weitem nicht so edel. 

Die Zuchtfreunde mit Stallhaltung im Winter scheren ihre Mutterschafe im Herbst - damit alle in den Stall passen ;-)  

Tipp

 Der Schafscherer möchte, daß die Schafe bei der Schur nicht so "vollgefressen". Sie halten dann nicht still - haben offenbar Probleme beim Sitzen. Deshalb baue ich meine Horden (6*6m = 8 Horden) schon am Vortag auf und treibe die Schafe abends rein. Da gibt es dann nicht mehr viel zu fressen. Auf der Wiese bleibt die Wolle auch schön sauber. 

Wenn der Schafscherer dann da ist, teile ich den Pferch mit 3-4 zusätzlichen Horden. Ein Abteil ist für den Schafscherer. In den nun kleineren Abteilen lassen sich die Schafe gut fangen.

Nach dem Scheren haben sie dann mächtig Hunger. Auf die Weide dürfen sie aber erst, wenn alle Schafe geschoren und eventuell entwurmt sind. Die letzten würden sonst verrückt werden, wenn sie nicht bei der Herde sein dürften. 

Unsere Gotlandschafe stehen sehr auf die Rinde von Obstbäumen. Deshalb gab es schon einige Verluste in unserer Streuobstwiese. Selbst ältere Bäume mit dicker Rinde sind gefährdet. Bevor die Schafe das restliche Obst auflesen dürfen, habe ich deshalb den Schutz der Obstbäume noch einmal überprüft und fotografiert.

Im Winter gebe ich den Schafen auch Äste vom Baumschnitt. Sie können auch zur Entrindung eingesetzt werden . Wo aus Naturschutzgründen eine Wiesenverbuschung zurück gedrängt oder verhindert werden soll, können Gotlandschafe sicher gute Dienste leisten!

Mit den Tipps möchte ich die häufig gestellten Fragen beantworten. Ich bin aber nur ein Hobbyschäfer und berichte über meine Erfahrungen. Deshalb gibt es unter meinen Beiträgen immer die Möglichkeit einen Kommentar mit Hinweisen zu hinterlassen. Bitte nutzt das!

Wie gesagt, es sind nur meine Erfahrungen, vielleicht geht es aber auch viel besser...